Kompetenznetz Demenz: „Mit Alzheimer leben“ – Engagement für Augsburg

Vorgestellt von Claudia Niederleitner, Case Managerin der Kampagne „Mit Alzheimer Leben“ (2006) in Augsburg

Q---NiederleitnerZwei wesentlicher Punkte charakterisieren die Initiative:

1. Das Konzept „Demenzpaten"
Im Unterschied zum „Volunteersprogramm" der Stadt Ostfildern geht es beim Konzept „Demenzpaten" nicht um die Begleitung der einzelnen Person mit Demenz. Vielmehr sind Demenzpaten zivilgesellschaftlich Engagierte, die insbesondere im Bereich Öffentlichkeitsarbeit vor Ort aktiv sind.

Bei den „Paten" handelt es sich um bürgerschaftlich engagierte Menschen unterschiedlichen Alters, die teilweise auch Pflege-Erfahrung (z.B. als Angehörige) mitbringen.

Alle Paten erhalten eine Qualifizierung und entscheiden nach dieser, ob sie ihr Amt als Pate antreten wollen oder nicht. Sie werden in ihrer Arbeit durch ein Kompetenznetz Demenz begleitet. In Augsburg sind zum Zeitpunkt der Veranstaltung (November 2008) 18 Paten aktiv.

2. Zusammenarbeit mit Unternehmen der Wohnungswirtschaft

Ziel: demenzkranke Mieter sollen so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben können.

Es werden Wohnungsunternehmen gesucht, die zur Zusammenarbeit bereit sind. In deren Wohnobjekten werden Mietern durch Aushänge, Hauswurfsendungen und Veranstaltungen Informationsangebote unterbreitet. Das Projekt muss die Sprache der Wohnungsunternehmen und deren Denkweisen „erlernen".

Es konnten einige Unternehmen gewonnen werden, die sich als Partner zur Verfügung gestellt haben, auch wenn die Thematik bei ihnen nicht von prioritärer Bedeutung ist (anderen Themen wie etwa dem Vandalismus kommt aus Sicht der Unternehmen eine deutlich stärkere Dringlichkeit zu). Für das Projekt war und sind der Zugang zu den Wohnanlagen und die Erlaubnis, dort informieren zu können, von hoher Bedeutung, da Menschen mit einer Demenz in aller Regel erst sehr spät „auffällig" werden.

Derzeit befindet sich das Modellprojekt etwa in der Mitte seiner Laufzeit (läuft bis 2010).
Schon jetzt lässt sich prognostizieren, dass die Demenzpaten so aktiv und engagiert sein werden, dass sie auch über die Projektlaufzeit aktiv bleiben werden. Es muss ggf. dafür gesorgt werden, dass eine Anbindung an bestehende Fachstellen erfolgt oder sie in neue Strukturen wie etwa Pflegestützpunkte eingebunden werden.

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