Netzwerk Demenz (Verbandsgemeinde Rheinböllen) und ein Blick ins Ausland (Scottish Dementia Working Group)

Vorgestellt von Andrea Kynast, Projektleitung „Das NETZWERK Demenz, Modellprojekt Rheinland-Pfalz".

  • T---KynastFrau Kynast arbeitet für einen ambulanten Pflegedienst mit Sitz in Damscheid (Hunsrück). Dieser hat in Kooperation mit der Verbandsgemeinde Rheinböllen das Modellprojekt „Netzwerk Demenz" durchgeführt- Ziel des Projekts war es, die Versorgung pflegebedürftiger Menschen mit einer Demenz zu verbessern. Teil ihrer Aufgabe war und ist die Qualifizierung ehrenamtlich tätiger Menschen.
  • Frau Kynast stellte außerdem ihre Erfahrungen vor, die sie im Zuge eines Auslandsaufenthalts in Schottland gewonnen hatte. Die Hospitation bei der Scottish Dementia Working Group ließ bei ihr ein neues Bild von Menschen mit Demenz entstehen.

    Die Scottish Dementia Working Group ist eine Gruppe von Aktivisten und Pionieren, die alle mit einer früh einsetzenden dementiellen Erkrankung zurechtkommen müssen und sich die Artikulation der Interessen von Menschen mit Demenz zur Aufgabe gemacht haben.
  • Moderator Burkhard Plemper hatte Mühe damit, sich diese Situation vorzustellen. Die Frage, warum es eine solche Gruppe in Schottland gibt (aber beispielsweise nicht in Deutschland), ließ sich nicht erschöpfend beantworten. A. Kynast vermutete einen Grund darin, dass man in Schottland mit der Früherkennung von Demenz weiter sei als hierzulande.
  • Im Zwiegespräch Plemper/Kynast zeigten sich u.a. die Schwierigkeiten, sich die Arbeitsweise einer solchen Gruppe und das Wirken dieser Aktivisten (wie ihre gesamte Lebenssituation) wirklich vorzustellen. Auf die Frage, wie es der Gruppe gelänge, dass sie ernst genommen werde, entgegnete A. Kynast: „Sie würden nicht auf die Idee kommen, einen dieser Menschen nicht ernst zu nehmen". Sie berichtete, im Laufe eines gemeinsam mit einem Mitglied der Gruppe verbrachten Tages in den Museen von Glasgow ihr Gegenüber damit konfrontiert zu haben, dass es ihr Vorstellungsvermögen übersteige, tatsächlich mit einer von einer Demenz betroffenen Person zu tun zu haben. Ihr Gegenüber konnte dies nachvollziehen und klärte sie darüber auf, dass die Beeinträchtigung situativ und gelegentlich auftrete, „keine permanente Anwesenheit von Abwesenheit" vorliege.
  • Welche Bedeutung haben die in Schottland gemachten Erfahrungen für die alltägliche Arbeit in Deutschland?
    A. Kynast berichtet, dass sie ihre Erfahrungen in die regionale Pflegekonferenz im Kreisgebiet einbringen wird. Sie wird das Thema frühere Diagnostik einbringen und die Frage nach einer adäquaten Einbindung von Frühdiagnostizierten aufwerfen. Sie berichtet über ihr Vorhaben, sich für das Mitspracherecht dieser Menschen (z.B. im Kontext der Planung ihrer Begleitung und Pflege) stark zu machen. Sie spricht die Herausforderung an, adäquate Plätze oder Angebote für früh Betroffene in Heimen zu schaffen. In dieser Hinsicht hat man, so berichtet sie, auch in Schottland noch einiges zu tun. Auch dort ist die Frage noch keineswegs befriedigend gelöst, welche Angebote man unterbreiten kann, wenn bei diesen Betroffenen die Demenz fortschreitet. Immerhin, aso Kynast, hat man dort den Vorteil, dass dort eine Aktivistengruppe wie die Scottish Dementia Working Group die Anliegen Betroffener artikuliert. - In diesem Zusammenhang muss man jedoch auch erkennen, dass die schottische Alzheimergesellschaft deutlich anders strukturiert ist als die Alzheimervereinigungen hierzulande und eine sehr engmaschige Betreuungs- und Begleitungsarbeit (teilweise 1:1) leistet.
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