Eine Kommune auf dem Weg: Rheinland-Pfalz

Name der Initiative/Aktion: Demenzkampagne Rheinland-Pfalz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Einwohnerzahl der „Kommune": 4.046.860


Kontakt:
Ingeborg Germann - Referatsleiterin
Gesundheitsförderung für Erwachsene, Sozialer Wandel, Demenzkampagne Rheinland-Pfalz
Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
Hölderlinstraße 8
55131 Mainz
Fon 06131/20 69-20
Fax 06131/20 69 69
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.lzg-rlp.de

Kurze Beschreibung der Initiative/ Aktion:
Die Demenzkampagne Rheinland-Pfalz wurde im März 2004 von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF) sowie Partnern ins Leben gerufen.

Ihre Ziele:

  • die Öffentlichkeit für die Demenzerkrankung sensibilisieren
  • die Bevölkerung landesweit über die Auswirkungen und Folgen dementieller Erkrankungen aufklären
  • über vorhandene Versorgungsstrukturen informieren
  • für die Situation von Betroffenen und deren Angehörigen sensibilisieren
  • Betroffenen und Angehörigen helfen, Scham und Scheu wegen der Krankheit zu überwinden
  • die Situation betroffener Familien verbessern
  • Vorurteile über die Krankheit abbauen
  • für mehr Verständnis im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen und insbesondere für die Situation pflegender Angehöriger sorgen

In enger Abstimmung aller staatlichen und privaten Kooperationspartner entwickelte die LZG eine Öffentlichkeitskampagne mit praxisorientierten Konzepten für regionale Fortbildungsveranstaltungen, Aufklärung, Hilfe und Entlastung von Bürgern und Angehörigen.

Der Demenzkoffer als Symbol
Das Symbol der Kampagne ist der „Demenz-Koffer". Sein Inhalt: Informationen zur Demenz-Erkrankung (Flyer, Plakate, Hilfsmöglichkeiten in Rheinland-Pfalz, Überblick über geeignete diagnostische Verfahren und sinnvolle Therapiemöglichkeiten) und Anleitungen zur Durch-führung und Unterstützung regionaler Öffentlichkeitsarbeit (für Aktionstage, Vorträge und Fortbildungen). Die Hausarztpraxen und Apotheken in Rheinland-Pfalz erhielten 3.000 „kleine Demenz-Koffer", die Landkreise und kreisfreien Kommunen, der öffentliche Gesundheitsdienst und die Kontaktstellen der Deutschen Alzheimergesellschaft der Kampagne „große Demenz-Koffer" mit umfangreicherem Inhalt zur regionalen Nutzung. Zielgruppe der Koffer: interessierte Bürgerinnen und Bürger, Betroffene und Angehörige.

Wer ist an der Initiative/ Aktion beteiligt?
Initiator und Auftraggeber ist das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF) des Landes Rheinland-Pfalz, die LZG fungiert als Projektträgerin. Weitere Beteiligte sind: Alzheimer-Gesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. in Kooperation mit AOK - die Gesundheitskasse, Apothekerverband Rheinland-Pfalz, Deutscher Hausärzteverband Rheinland-Pfalz, Gedächtnisambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Eisai GmbH, Pfizer GmbH und Ogilvy & Mather.

Seit wann beschäftigt sich die Kommune mit dem Thema Demenz bzw. seit wann findet eine über den Expertenkreis hinausreichende Beschäftigung mit Demenz statt?
Der Auftrag für die Demenzkampagne Rheinland-Pfalz kam aus der Initiative „Menschen pflegen" von Sozialministerin Malu Dreyer des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen. Diese Initiative besteht aus sechs Säulen, Säule III heißt „Bessere Hilfen für Menschen mit Demenzerkrankungen". Eine landesweite Fachtagung zum Thema Demenz im April 2003 war Anstoß und Basis für einen landesweiten Diskussionsprozess, vor dessen Hintergrund ein umfangreiches Aktionsprogramm für demenzkranke Menschen entwickelt wurde und auch die Demenzkampagne Rheinland-Pfalz entstand.

Warum bzw. in welcher Hinsicht ist Demenz überhaupt ein Thema der Kommune?
Etwa 70.000 Menschen sind in Rheinland-Pfalz von einer mittleren bis schweren Demenz betroffen, die meisten von Ihnen werden zu Hause gepflegt. Da mit steigendem Lebensalter die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen ansteigen wird, müssen sich die häuslichen, privaten und beruflichen Rahmenbedingungen der Pflege anpassen.

Wie finanziert sich die Aktion/ Initiative?
Die Demenzkampagne Rheinland-Pfalz wird überwiegend aus Landesmitteln finanziert, Aufgabenschwerpunkte werden mit Hilfe von Drittmitteln realisiert.

Über welchen Zeitraum läuft/ lief die Initiative/ Aktion?
Die Demenzkampagne Rheinland-Pfalz wird seit 2004 mit aktuellen Themen und mit aufeinander abgestimmten Projektzielen realisiert. Zum Abschluss der ersten Veranstaltungs-Staffel am Welt-Alzheimertag im September 2004 wurden die Demenzkampagne Rheinland-Pfalz und die ersten Ergebnisse der Evaluation präsentiert. Die Beteiligten erhielten den Medienpreis „Clio Award" für die beispielhafte Konzeption der Kampagne. Die positive Zwischenbilanz (nachhaltig positive Resonanz sowohl bei Aktionen und Fachtagen als auch bei Einzelanfragen) veranlasste die Kooperationspartner zu einer Verlängerung der Demenz-Kampagne - sie dauert bis heute an.

Welche Aktivitäten/Inhalte beinhaltet/ beinhaltete die Initiative/ Aktion?
Öffentlichkeitsarbeit:

  • Plakate, Faltblätter und Broschüren
  • CDs für Multiplikatoren und pflegende Angehörige, DVD-Dokumentation „Leben mit dem Vergessen"
  • Internetportal www.demenz-rlp.de

Aufklärungsarbeit:

  • Informationsstände und Fachvorträge bei Gesundheits- und Aktionstagen
  • Organisation von Fachtagen unter Beteiligung externer Experten
  • Fortbildungen für Fachkräfte und Angehörige
  • Einbindung der Hausarztpraxen und Apotheken
  • Unterstützung und Stärkung von regionalen Ressourcen und Netzwerken

Projekte:

  • „Musik und Demenz": Fortbildungsreihe, die Fachkräfte über den Effekt musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten zur emotionalen Ansprache von an Demenz erkrankten Menschen informiert
  • „Leuchtturmprojekt Demenz": vom Bundesgesundheitsministerium geförderte wissenschaftliche Untersuchung zur Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen
  • „Einsatz Demenz": Fortbildungsprojekt für die rheinland-pfälzische Polizei, um optimal auf an Demenz erkrankte und daher hilfsbedürftige Personen eingehen zu können

Wer ist/ war die Zielgruppe?
Alle Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz, an Demenz erkrankte Menschen, deren pflegende Angehörige, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Beratung und Pflege, gesundheitspolitische Entscheidungsträger u.a. aus kommunalen Gebietskörperschaften.

Welche Erfolge wurden bisher erzielt?
Die Ziele wurden übertroffen, die jeweiligen Schwerpunktthemen der Kampagnenjahre wurden umgesetzt und etabliert. Die Zugriffzahlen der Homepage sowie die Frequenz der Anforderung der unterschiedlichsten Materialien sind Belege für das große Interesse und den bestehenden Bedarf. Hinzu kommt eine positive kooperative Resonanz aus Fachkreisen und den Medien.

Welche Schwierigkeiten, Stolpersteine gab es?
Potentielle Unterstützer und Kooperationspartner mussten erst von den Umsetzungsmöglichkeiten überzeugt werden - nach den ersten Erfolgen waren diese Kooperationen aber außerordentlich positiv und sind es bis heute.

Woran machen die Träger der Initiative/ Aktion den Erfolg des Unternehmens fest?
Während der Kampagne ist eine ansteigende Anzahl von Netzwerken zur dementiellen Versorgung entstanden. Sie sind Basis einer belastbaren Kommunikations- und Versorgungsstruktur.

Wird die Initiative/ Aktion ausgewertet?
Die Demenzkampagne wird mit den Instrumenten der Eigenevaluation auf ihre Wirksamkeit hin geprüft. Eine dezidierte Auswertung, die öffentlich zugänglich sein wird, ist bis zum Ende des Jahres 2009 fertig gestellt.

Was ist für die Zukunft geplant?
Mit dem am 21. September 2009 gegründeten „Landes-Netz-Werk Demenz" sollen die regionalen und landesweiten Strukturen und Ressourcen noch stärker unterstützt, gebündelt und verstärkt werden, um zukunftsfeste Versorgungsstrukturen zu erkunden. Als landesweite Informations- und Koordinierungsstelle zum Thema Demenz unterstützt das Landes-Netz-Werk die Zusammenarbeit von Fachkräften verschiedener Professionen und ehrenamtlich engagierter Menschen. Eine Demenz-Landkarte sorgt bei der Suche nach themenbezogenen Informationen in den Regionen für Transparenz. Vernetzte Strukturen vor Ort werden über dieses Medium offen gelegt und für hilfesuchende Menschen leicht zugänglich gemacht. Darüber hinaus werden Beispiele guter Praxis aufgegriffen und ein Erfahrungsaustausch zwischen innovativen Projekten in die Wege geleitet.

gez. Ingeborg Germann,
Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

 

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