Aktionswoche „Demenzfreundliche Kommune", Gießen, 2007

In Gießen wurde exemplarisch eine Aktionswoche „Demenzfreundliche Kommune" durchgeführt. Auch in anderen Kommunen wurden zur selben Zeit unterschiedlichste öffentlichkeitswirksame Aktionen (Ausstellungen, Vorträge, Aufführungen, Essen mit Nachbarn", Gottesdienste, usw.) zum Thema "Demenzfreundliche Kommune" veranstaltet, um auf die Thematik aufmerksam zu machen. Bringen Sie Ihre Ideen oder bereits beabsichtigte Veranstaltungen ein oder setzen Sie unsere Anregungen bei Ihnen vor Ort in die Tat um!

Niemand spricht gern über Demenz - doch immer mehr Menschen mit Demenz leben in unserer Kommune. Was können wir alle und jeder Einzelne vor Ort tun, um die Situation von Menschen mit Demenz zu verbessern? Wie gelingt es uns, eine andere Kultur des Miteinanders von Menschen mit und ohne Demenz zu entwickeln? Die Demenzfreundliche Kommune Gießen" ist heute noch eine Vision, da Demenz immer noch ein Tabuthema ist, aber sie ist keine Utopie, sondern ein erreichbares Ziel.
Die Aktion Demenz lud die Gießener Bürger und Bürgerinnen zur Beteiligung an der Aktionswoche „Demenzfreundliche Kommune" ein. Vom 17. bis 23. September 2007 wurde durch verschiedene Veranstaltungen und Aktionen in Gießen auf die Thematik aufmerksam gemacht. Zu allen Veranstaltungen waren die Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

Programm der Aktionswoche

„Wie aus Wolken Spiegeleier werden" - Kunstausstellung

Eine Bilderausstellung des Werbegraphikers Carolus Horn, der selbst an Demenz erkrankt war, war die ganze Woche über in der Volkshochschule Gießen zu sehen. Sie gibt Einblick in die Wahrnehmungswelt von Menschen mit Demenz. Zur Eröffnung am Montag, 17.9.07 wurde ein Vortrag zu den ausgestellten Bildern zu hören sein. Prof. Gronemeyer, Soziologe an der Giessener Universität und Vorsitzender der Aktion Demenz sprach zu den sozialen Dimensionen der Demenz.

„Es schneit in meinem Kopf" - Lesung.

Auch in der Literatur spielt das Thema Demenz eine Rolle. Um Appetit zu machen, fand eine Lesung von literarischen Texten am Dienstag in den Räumen der Bilderausstellung statt.
Infostände - Mittwoch (Kirchenplatz), Samstag (Seltersweg)
Mittwochs und samstags stand die Projektgruppe „Demenzfreundliche Kommune Gießen" mit einem Informationsstand in der Giessener Fußgängerzone. Unter dem Motto „Weißt du noch?" wurde mit Bürgerinnen und Bürgern das Thema Erinnern und Vergessen aufgegriffen und mit einem „Knoten im Taschentuch" bekräftigt. (www.knoten-taschentuch.de) Am Samstag informierte die Alzheimer-Hilfe (eine Initiative der Firma Eisai/Pfizer) in der Fußgängerzone ebenfalls zum Thema.

„Jung und alt" - Informationsvormittag

Das Albert-Oswald-Haus lud zu einer Begegnung von jung und alt ein. Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule sahen einen Film über Demenz an und diskutierten anschließend darüber. Gemeinsam mit Besuchern und Bewohnern hörten sie einen Vortrag des Giessener Neurologen Dr. Rieke, der sich mit dem Umgang mit Menschen mit Demenz beschäftigt.

Tag der offenen Tür der Wohngruppe Rödgen

Angehörige von Menschen mit Demenz haben die Initiative ergriffen und eine Wohngruppe gegründet. Am Samstag war Gelegenheit, die Gemeinschaft zu besichtigen und sich über Hintergründe und Konzept zu informieren.

Filmvorstellung „Iris"

Anlässlich der Aktionswoche zeigte das Heli-Kino in Gießen den preisgekrönten Spielfilm „Iris" in seiner Matinée-Vorstellung um 12.00 Uhr. Einfühlsam und realistisch schildert der Film das Leben der an Alzheimer erkrankten englischen Schriftstellerin Iris Murdoch (Kate Winslet).

Ökumenischer Gottesdienst - Lukaskirche

Abgeschlossen wurde die Aktionswoche mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Lukaskirche. Ausdrücklich willkommen waren Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Anschließend wurde gemeinsam Kaffee getrunken.

 

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