Aufbruch, Esslingen, 20./21.November 2008

Um das Thema „demenzfreundliche Kommunen" nun auch deutschlandweit auf den Weg zu bringen, lud der Verein Aktion Demenz e.V. gemeinsam mit regionalen Partnerorganisationen zu einer Veranstaltung am 20. und 21. November 2008 in Esslingen ein. Unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Ursula von der Leyen sollte diese Veranstaltung ein Aufbruch sein, gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz einzutreten. Ein abwechslungsreiches Programm und viele interessante Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft diskutierten, trommelten und tanzten zum Aufbruch.



Weitere InformationenAufruf
„Werden wir aktiv für ein Gemeinwesen, in dem es sich gut leben lässt - für Menschen mit Demenz und alle Anderen: in der Nachbarschaft, im Stadtteil, im Dorf und in der Gemeinde" - so endet der Aufruf, mit dem am 21. November 2008 in Esslingen (Neckar) die zweitägige Veranstaltung „AUFBRUCH - Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz" zu Ende ging.

Aufbruch
Etwa 340 Menschen aus der Region wie auch aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland (Österreich und Belgien) waren der Einladung der bundesweit agierenden Aktion Demenz e.V. gefolgt, die zusammen mit lokalen Partnern zum AUFBRUCH geladen hatte.
Ein erster Schritt zu einer Verbesserung der Situation der Betroffenen ist das offene Gespräch über Demenz - so die Schirmherrin des AUFBRUCH, Bundesministerin Ursula von der Leyen, in ihrem Grußwort. Mehr Verständnis und Zuwendung für die Betroffenen und ihre Familien lässt sich nur dann erreichen, wenn es gelingt, das Thema in der öffentlichen Auseinandersetzung aus der noch häufig vorhandenen Angstbesetzung zu lösen.

Schaffung eines neuen sozialen Miteinanders
Einen offenen Austausch über das Thema - und zwar nicht in den üblichen Bahnen der Ex-pertenrunden und Fachkongresse, - dies bringt das mit der Veranstaltung verbundene Anliegen auf den Punkt. Hierin steckt auch eine erste zentrale Botschaft der Initiative: Für den Umgang mit Demenz sind alle zuständig. Politik, Medizin und professionelle Pflege haben sicherlich ihren Teil an Verantwortung zu tragen - doch dies allein kann angesichts der absehbaren gesellschaftlichen Entwicklungen nicht genügen. Ziel, so der Vorsitzende der Aktion Demenz, Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, in seinem Impulsreferat. muss sein, einen zivilen Umgang mit dieser Begleiterscheinung der gesellschaftlichen Entwicklung zu stärken und weiter zu entwickeln. Wie der Gießener Soziologe und Theologe weiter hervorhob, stellt Demenz letztlich die Frage nach den sozialen Grundlagen unseres Gemeinwesens. Hier ist wirkliches Um- und Neudenken erforderlich, muss ein neues soziales Miteinander entwickelt werden.

Gemeinsame Verantwortung
Die Auseinandersetzung hierüber wurde mit dem AUFBRUCH eingeläutet. In zwei großen Podiumsrunden und den für den Austausch unter den Teilnehmenden reservierten Zeiten diskutierten Vertreter gänzlich unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und Bereiche über die sozialen, kulturellen und zivilgesellschaftlichen Dimensionen von Demenz.
Mit dabei waren Bürgermeister, pflegende Angehörige, Kirchenvertreter, engagierte Professionelle und Experten aus dem pflegerischen Bereich, Menschen in verantwortlichen Positionen aus dem Bereich der Wirtschaft, ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger, Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur und viele mehr.

Demenz und Kommune
Die Rolle des Nahraums, insbesondere die der Städte und Gemeinden, hob Dr. Konrad Hummel, langjähriger Sozialdezernent der Stadt Augsburg, in seinem Impulsreferat hervor. Für ein Gemeinwesen, das einen zivilen Umgang mit der Thematik und den Betroffenen stützt und fördert, bedürfe es sowohl des Engagements der Bürgerinnen und Bürger, als auch einer sich ihrer Verantwortung bewussten Kommunalpolitik.
Kommunen auf dem Weg und künstlerische Zugänge
Initiativen und Kommunen aus ganz Deutschland und aus Österreich hatten beim AUFBRUCH Gelegenheit, ihre Erfahrungen bei der Sensibilisierung für das Thema im unmittelbaren Lebensumfeld darzustellen und mit den Veranstaltungsbesuchern zu diskutieren. Mehrere Projekte zeigten am Beispiel von bildender Kunst, Tanz und Bühne wie auch seitens kirchlicher Initiativen neue Zugänge bei der Schaffung der von Ursula von der Leyen geforderten „positiven Öffentlichkeit" auf.

Mit dem Verlauf des AUFBRUCH zeigten sich die Veranstalter äußerst zufrieden. Das Ziel, unterschiedliche Gruppen der Gesellschaft zum Thema Demenz ins Gespräch zu bringen und Impulse für die Entwicklung und Stärkung lokaler Initiativen für ein „demenzfreundliches" Gemeinwesen zu geben, sei voll und ganz erreicht worden.
Mit dem in der Veranstaltung verabschiedeten Aufruf „ In unserer Kommune - Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz" sollen diese Impulse nun weiter getragen werden.

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